Eidos möchte UK-Magazine zu tollen Wertungen für Arkham Asylum „verführen“ — behaupten die einen. Oder auch nicht — behauptet Eidos.
Wer dem nächsten Flattermann-Abenteuer eine Wertung von mindestens 90/100 vergönnt, der darf vor dem Ende des verhängten Embargos mit dem Testbericht an die Öffentlichkeit — so der angebliche Schweine-Deal. Allein, wäre der Deal denn wirklich so schweinisch? Was, wenn der Tester ohnehin diese Wertung zücken würde; wäre es dann verwerflich, auf ein solches Angebot einzugehen?
Fest steht: Es wäre ungeschickt. Schon jetzt heizen Blogger die Häme-Schmelztiegel in der Hoffnung an, irgendeine Publikation könnte das Spiel in eben jenen Zahlen-Olymp hieven. Das kann ja dann nicht mit rechten Dingen zugehen. Wie sollte es.
Kritiker haben’s schwer — das ist grundsätzlich auch in Ordnung so. Sie machen es anderen ja auch nicht leicht. Man darf sich allerdings wundern, wie schnell die Leserschaft mit Korruptions-Vorwürfen um sich wirft. Man darf sich wundern, wie plötzlich Leser mitunter die Glaubwürdigkeit der Schreiber anzweifeln, denen sie durch Heftkäufe, Webseiten-Abrufe, Abonnements oder durch anderweitige Entlohnungen bisher Vertrauen aussprachen.
Klar, Verschwörungs-Theorien sind nicht erst seit Akte X total trendy. Allerdings sollte man dabei auch hin und wieder auf die eigene Glaubwürdigkeit achten.
Aber nun zu jener Anekdote, an die mich der Batman-Trubel erinnerte.
Bei der PC PowerPlay hatten wir selbstredend mit ähnlichen Vorwürfen zu kämpfen. Dass das Wertungssystem der PCPP für so manche Diskussion sorgen würde, war uns wohl allen klar. Auf welche Art und Weise einige Leser dem bewusst subjektiv angelegten System hin und wieder mangelnde Objektivität vorwarfen, hat mich allerdings verwundert.
Symptomatisch dafür war zum Beispiel die Rezension von Stalker in Ausgabe 04-2007. Die Einzelwertungen 77, 75, 76 und 79 ergaben eine errechnete Durchschnitts-Wertung von 77/100. Unsere ärgsten Kritiker (denen ich für weitaus konstruktiveres Feedback zu anderen Themen an dieser Stelle noch einmal danken möchte) warfen uns vor, derart ähnliche Wertungen seien doch unmöglich glaubwürdig.
Wurde da etwa geschönt? Haben wir die Meinungen künstlich angeglichen? Nein, nichts von alledem. Ja, alle beteiligten Tester hatten tatsächlich und wahrhaftig sehr ähnliche Meinungen zu Stalker: Ein überraschend ordentlicher Shooter, der in fünf Jahren Entwicklungszeit allerdings viel Revolutions-Potential einbüßte.
Hätten sich in den Meinungskästen Stalker-Fanbois einen Schlagabtausch mit maßlos enttäuschten Kollegen geliefert, wäre das für die Leser sicherlich spannender gewesen. Nur wäre just für dieses Ergebnis, das in den Augen vieler unserer Foren-Nutzer das einzig glaubwürdige gewesen wäre, das nachträgliche Geradebiegen der Meinungen nötig gewesen. Die Menge an Testern in unserer Redaktion war überaus endlich — entsprechend fanden sich nicht bei jedem Titel gegensätzliche Ansichten.
Doch gegen die Vorwürfe war kaum zu argumentieren. „So glaubt uns doch“s haben eben schlechte Karten gegen „das kann doch nicht stimmen“s.
Aber so spannend das Leben auch sein könnte, manchmal ist es eben einfach nur unspektakulär und erfrischend ehrlich.