Dieser Eintrag gehört zur Reihe “Lektionen fürs Leben”.
Wir bestellen ja alle (leugnen zwecklos) ganz gerne mal bei Amazon. Und wenn ganz viele von uns ganz gerne das gleiche Etwas bei Amazon bestellen, dann ist dieses Etwas möglicherweise kurzzeitig nicht mehr lieferbar. Nun musste ich zum wiederholten Male feststellen, dass es in diesem Fall eine gar furchtbar schlechte Idee ist, das Etwas trotzdem zu ordern. Denn das offenbar boshafte Bestellungsverwaltungssystem meißelt den voraussichtlichen Liefertermin schlichtweg in Stein. Sollte das Etwas vorzeitig wieder verfügbar werden … wird es nämlich einfach trotzdem erst zum geschätzten Termin verschickt. Funktioniert eben doch nicht alles ganz so dufte in diesem Interweb.
Was meinen Sie? Ob ich Realeinkaufs-faule Sau denn keine anderen Sorgen habe? Doch, aber über die wird hier nicht geschrieben.

Der Blick auf die Visit-Statistik meines schlecht gepflegten Blogs hat mich dann doch etwas überrascht. War ich doch fest davon überzeugt, die Anzahl täglicher Besucher würde konstant im einstelligen Bereich liegen. Zählt Wordpress Spambots mit aus? Wie auch immer — als Dankeschön gibt’s The X-Perience jetzt mit Easter Egg.
Neulich verwunschdenkte ich mich in Twitter: “Ein gutes Gefühl, nach 14 Monaten der Pendelei langsam wieder zur Ruhe zu kommen.” stand da. Pustekuchen — 15 Monate sind’s gewesen. Ein Rechenfehler, der angesichts meiner Inkompatibilität zur Mathematik nicht weiter verwundern sollte. Und eigentlich ist es ja auch nur ein kleiner Unterschied. Fast winzig. Doch mir als passioniertem Schwarzseher (nicht das, was Sie jetzt denken) ist klar: Es geht wieder los. Die Verklärung setzt ein, früher als erwartet. Dieses süße Halb-Vergessen macht aus Monaten der Qual, Stunden der Pein und zahllosen “warum ich?”-Gedanken einen Erinnerungsbrei aus “Ach, war ja eigentlich ganz nett”.
Doch es war nicht nett, auch nicht eigentlich. Mitpendler Simon Fistrich war nett — zumindest bis ich feststellte, dass der Schuft über die Monate hinweg akribisch sämtliche schwer einsehbaren Stauräume meines Wagens mit Abfällen auspolsterte. Und das, wo ich mir meinerseits in seinem fahrbaren Untersatz schon bei einer liegengelassenen Dose Red Bull erboste Blicke einfing. So sind sie halt, die Online-Redakteure — hinterlassen überall ihre Spuren und achten vorrangig im eigenen Forum auf die Netikette. Aber ich schweife ab.
Das tägliche Pendeln zwischen Würzburg und Nürnberg jedenfalls war ganz großer Mist. Nicht etwa, weil mich die Fahrerei gestört hätte. Sicher, auf einige der versuchten Mordanschläge durch denkbefreite Kolonnen-Überholer hätte ich verzichten können. Viel schlimmer aber war der Zeitverlust. Ich war selten vor 21 Uhr daheim. Und wenn ich erst um 21 Uhr von der Arbeit zu Hause aufschlage, habe ich keine Lust mehr auf nix. Zumindest auf nix Nützliches. So verschoben sich Tätigkeiten wie der wöchentliche Einkauf oder vereinzelte Hausarbeiten, zu denen sogar ich mich in handverlesenen Momenten motivieren kann, geschlossen auf die Samstage — die damit ihre beruhigende und entspannende Wirkung verloren. Was wiederum jedes Wochenende ruinierte, denn die bestehen ja nur aus Samstagen. Sonntage kann ich nämlich schon seit Jahren nicht mehr ernst nehmen. Was soll man auch von Tagen halten, die sich jede Woche als letzte Hoffnung der Menschheit dem Montag stellen und mit Pauken, Trompeten und klingelnden Weckern untergehen?
So sehr ich Umzüge auch hasse, und so ungern ich mich eigentlich wieder im Fürth-Nürnberg’schen Städtebrei niederlassen wollte — scheiße, war das eine gute Entscheidung. Morgens länger schlafen und Zeit haben, sich daheim die Lippen am ersten Kaffee zu verbrennen. Abends endlich ein wenig früher zu spät daheim sein. Sogar meine WoW-Spielstunden haben sich seit Beginn der X-Fire-Zeitrechnung wieder erholt. Pghvn lök,sdyÄÖ‘_saxthslükjwgwe ölksdgflökj owpiethjopifsdopkjwetiopwqopüksdaopükfsaplkgsdlkjpöwetrgä# Q!^§$%“!IOPJRGEOPKJNLFDBLKMN ERWQIOPWERQ
Verzeihung, da krabbelte gerade eine Spinne über die Tastatur. Jetzt krabbelt sie nicht mehr.
Was ich eigentlich sagen wollte: Hallo Nürnberg!
Eigentlich müsste auf dem Etikett ja die Versionsnummer 3.0 prangen — aber außer mir erinnert sich hoffentlich niemand mehr an die Zeit zurück, als ich an dieser Stelle laienhaft verfasste Filmkritiken veröffentlichte. Dass manche davon immer noch im Internet zu finden sind (ich habe kurz überlegt, den wagemutigen Leser an dieser Stelle über einen Link in die Abgründe meiner schreiberischen Vergangenheit zu schubsen, den Gedanken dann aber wieder verworfen) ist schließlich schlimm genug.
Hiermit startet jedenfalls mein zweiter Blog-Versuch. Der erste fuhr im vergangenen Jahr nach bereits langanhaltender Schwächelei endgültig gegen die Blog-Unlust-Mauer. Lektion gelernt: Regelmäßige große Updates verspreche ich für den neuen Anlauf sicher nicht. Aber zumindest der Twitter-Feed hier rechts sorgt für ein zuverlässiges Grundrauschen aus mehr oder minder belanglosen Textchen meinerseits.
Twitter — das ist einer der »Web 2.0«-Trends, denen ich mich tatsächlich nicht entziehen konnte (ich wehre mich immer noch höchst erfolgreich gegen Facebook). Aber wenn das meinen faulen Blogger-Arsch rettet, umso besser.