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Archive for the ‘Verspielt’ Category

5 Jahre

May 24th, 2010 X Comments off

Alan Wake — es ist da. Nicht für den PC, aber für die Xbox 360. Ohne spielerische Freiheiten, dafür mit Reiseführer-kompatiblen Bergpanoramen. Fünf Jahre vergingen zwischen Ankündigung und Veröffentlichung. Fünf Jahre in denen …

… die Entwickler nicht die gesamte Story im Spiel unterbringen konnten. Stattdessen gibt’s das offenste Ende aller offenen Enden. An der Handlung interessierte Vollpreis-Zahler müssen notgedrungen für DLCs löhnen. Und da regen sich andere noch über käufliche Sternenpferde für World of Warcraft auf.

… die Gesichtsmuskeln der Figuren erstarrten. Ja, liebe 3D-Künstler von Remedy, schöne Zähne habt Ihr da modelliert. Das ist aber noch längst kein Grund, Alan und Freunde ständig die Kauleisten präsentieren zu lassen, wenn sie eigentlich gerade den Mund geschlossen haben.

… alle Remedy-Fans ihre Videospiel-Karrieren an den Nagel hängten. So dachten zumindest die Entwickler. Anders lässt sich kaum erklären, warum sich das Tutorial über knapp fünf Stunden Spielzeit erstreckt. Erst in der vierten von sechs Episoden kommt der Spielablauf endlich über langweilige Standard-Geplänkel hinaus.

… scheinbar nicht so viel Feinschliff betrieben wurde, wie die PR-Abteilung behauptet. Ein von dunklen Mächten besessener Kronleuchter jedenfalls erwies sich als äußerst störrisch. Eigentlich soll der dämonische Deckenbehang in Alans Richtung schnellen. Dieser wiederum postiert sich vor der Attacke an einer verschlossenen Tür, springt rechtzeitig beiseite — Kollege Kronleuchter macht den Weg frei. Solide Spiel-Idee, auch wenn sie mittlerweile nicht mehr so frisch wirkt wie noch vor fünf Jahren. Dumm nur, wenn sich das widerspenstige Ding an allen erdenklichen Möbeln und Türrahmen verfängt.

… in denen sich offenbar kein Bonusmaterial produzieren ließ. Wo andere Entwickler den Spieler für das Sammeln von nutzlosem Gerümpel mit “Making Of”-Schnipseln oder Artworks belohnen, sparen sich die Remedy-Jungs jeglichen Extra-Aufwand. Wer Alan Wake spielt, kann nutzlose und völlig aus dem Zusammenhang gerissene Thermoskannen sammeln, lässt dafür mitunter sogar in eigentlich dramatischen Spielszenen die Handlung kurzzeitig links liegen … und bekommt nicht mehr als maximal zwei Achievements.

Die Liste ließe sich fortsetzen, weil Alan Wake gemessen an der aufgewandten Entwicklungsdauer überraschend unrund und unspektakulär ist. Gerade in den ersten Spielstunden ist der “Psycho-Action-Thriller” tatsächlich geradeheraus strunzlangweilig. Als Gesamtwerk funktioniert Alan Wake trotzdem. Wer’s gekauft hat und dann frühzeitig zur Seite legte, dem empfehle ich durchzuhalten. Ab der vierten Episode geht’s endlich los mit guten Ideen und echten Story-Entwicklungen. Das absolut unbefriedigende Ende allerdings nehme ich den Remedianern wirklich übel.

Categories: Verspielt, Verwundert

Sie können’s ja doch

October 25th, 2009 X Comments off

Das hätte mir ja auch mal jemand sagen können, dass Wrath of the Lich King erst in den letzten beiden Zonen richtig gute Quests auffährt. Dann hätte ich das intensivere Spielen vielleicht nicht kurz nach dem Erreichen von Level 80 drangegeben. Trotz schöner Inszenierung und sehr guter Dungeons hat mich Northrend einfach zu sehr gelangweilt. Als ich mich nun durch Cataclysm-Hype und Urlaub (a.k.a. Zeit zum Spielen) für eine Fortsetzung des Abenteuers entschied, war ich entsprechend überrascht. Im Vergleich zu allen vorangegangenen Zonen sank der Anteil dröger 08/15-Aufträge von gefühlten 90 auf 40 Prozent. Stattdessen gibt’s vorrangig geschichtsschwangere Quests und vor allem Phasing. Das hat zwar noch zahlreiche Kinderkrankheiten, macht aber Spaß.

Fazit: Northrend wäre noch besser, hätten die Herrschaften Entwickler einfach zwei oder drei Zonen eingespart (allen voran Grizzly Hills). Und WoW ist doch das beste MMO.

Categories: Verspielt

Wir kommen in Frieden

June 8th, 2009 X Comments off

Er hat’s ja sicher nur gut gemeint, aber die Eröffnung dieser Präsentation ist dann doch einfach irgendwie … unglücklich.

Categories: Verspielt, Verwundert

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May 15th, 2009 X Comments off

Aufgrund einer arbeitsreichen Woche hatte ich kaum Zeit für Nicht-Rollenspiele. Deshalb realisierte ich erst heute, dass sich Eidos mit Pauken und Trompeten den Titel der enthüllungslosesten Enthüllung des Jahres sicherte.

“Ja, Thief wird fortgesetzt”, hieß es da. Und mehr gibt’s offenbar auch nicht zu erzählen oder zu zeigen. Keine nichtssagenden Teaser-Artworks geisterten durchs Netz. Herrjeh, man konnte oder wollte noch nicht einmal verraten, auf welchen Systemen der Analphabeten-Schleicher „Thi4f“ (WT4?) erscheinen soll. Wo bleibt die phrasenschwangere Presse-FAQ? Ich will Screenshots sehen, die ausschließlich Landschaften zeigen und Charaktere bestenfalls irgendwo im Hintergrund erahnen lassen. Wie kann man die über viele Jahre kultivierte Tradition gelungener Spiele-Enthüllungen derart mit Füßen treten?

Genug der Häme: Eigentlich finde ich es ja begrüßenswert, wenn Entwickler einfach mal nichts sagen, wenn es nichts zu sagen gibt. Kaum etwas ist frustrierender als Interviews mit “dazu können wir uns noch nichts äußern”-Endlosschleifen. Aber, also, naja, ein klitzekleines Fünkchen von einem bisschen mehr hätte es dann doch sein dürfen. Erst recht angesichts der … gewagten Titel-Schreibweise.

Spitzmarken-Vorschlag für alle Kollegen, die sich trotzdem trauen, eine Preview zusammenzuraten: “3st”.

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Die Krise

May 1st, 2009 X Comments off

In meiner Jugendzeit … ist ein Texteinstieg, den man Kerlen in meinem Alter verbieten sollte. Aber er klingt so retrospektiv, er verspricht tiefsinnige Weisheiten und … ich schweife ab.

In meiner Jugendzeit jedenfalls, da brachte ich noch nahezu jedes angefangene Spiel zu Ende. Selbst so eine vermaledeite Simpsons-Lizenz-Krücke für den C64, deren Name mir ohne Mobygames nicht mehr eingefallen wäre, und wegen der mehrfach Teile meiner Competition-Pro-Sammlung Bekanntschaft mit der Kinderzimmerwand machten und wegen der ich wiederholt versuchte, mit stimmbrüchlicher Verzweiflung meinen Unmut in den Hausflur zu krächzen.

Inzwischen ist das anders. Sollte die Summe der — privat — beendeten Spiele der letzten drei Jahre zweistellig werden, ich wäre überrascht. Mir fehlt schlicht der Ehrgeiz. Meine Hemmschwelle, Spiele wegen Nichtigkeiten oder zu langer Spieldauer (mein jüngeres Ich rollt gerade genervt mit den Augen) in die Ecke zu legen, ist derart niedrig … dass mir nicht einmal ein schmissiger Vergleich einfällt. Nur hin und wieder keimt er noch vorsichtig auf, dieser Wunsch, alles zu erreichen. Und wenn der keimt, tue ich die seltsamsten Dinge. So ertappe ich mich beispielsweise dabei, Spiele mittlerweile bevorzugt für die Xbox 360 (deren Menüführung ich nicht ausstehen kann) als für die PS3 zu kaufen. Es könnten ja ein paar Pünktchen für meinen Gamerscore herausspringen (der mir eigentlich am Allerwertesten vorbeiscored).
Früher habe ich auch ganze Nächte durchgespielt. Heute drohe ich oft genug bereits nach einer leidlich angeknapsten Nacht dergestalt vom Stuhl zu fallen, dass man mich Augen- und Ohrenzeugen zufolge für tot erklären würde — täte ich nicht schnarchen wie einer, der … ziemlich laut schnarcht.

Woran liegt’s also? Berufsbedingte Zockermüdung? Meine gesammelten WoW-Spielstunden bezeugen das Gegenteil. Ist es die Reife des Alters, die angesichts dieser ganzen „immersive-jaw-dropping-grippingly-unprecedented“ Action-Hammer-Mega-Kracher von heute die Krise kriegt? Zweifelhaft, da ich selbst mit dem stumpfen Gears of War durchaus meinen Spaß hatte.
Es gibt nur eine Antwort: die Gaming-Midlife-Crisis. Das ist der Lebensabschnitt, in dem man begeistert Puzzle Quest spielt und sich von jüngeren Kollegen fragen lassen muss, warum man eigentlich als Spieleredakteur arbeitet. In dem man mit Kauf und Download von Spielen auf Steam mehr Zeit verbringt als mit den Spielen selbst. Das ist jener Lebensabschnitt, in dem man sich einredet, zocken auf dem iPhone wäre so hip, dass die ganzen Typen mit ihren PSPs und Nintendo DS(wahlweise I)s vor Neid erblassen.

Aber ich bin nicht alleine. Viele leiden ebenso. Die reden sich dann ein, es wäre völlig normal, zig Stunden mit Bejeweled Blitz auf Facebook zu verbringen — spielerisch so anspruchsvoll wie Fingernägelschneiden. Oder sie widmen sich dem auch für die Geriatrie bestens geeigneten dem Clancy Tom sein EndWar.

Ich jedenfalls will raus aus dem Teufelskreis. Den nächsten Spiele-Neuerwerb spiele ich durch. Komme was wolle.
Bis dahin ignoriere ich weiter Metal Gear Solid 4, von dessen Ende mich nur noch geschätzt eine Stunde Spielzeit und drei Stunden Zwischensequenzen trennen. Aber das Gejammer über interaktive Spielfilme hebe ich mir für einen anderen Eintrag auf.

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